Wir ziehen um - oder besser zurück!

Ende 2022 ziehen wir zurück in den Steinerhof, aus dem wir vor vierzehn Jahren aus Platzgründen ausgezogen sind. Unter dem Motto «Zurück in die Zukunft» wollen wir diesen einmaligen Anlass nutzen, um das geschichtsträchtige Steiner Gebäude, unser Umbauprojekt und die Zukunft unseres Unternehmens über das Jahr hinweg zu portraitieren.

  • Stairway to heaven!

    Die Treppe zur neuen Dachterrasse ist eingebaut, sie wird uns nicht zum Himmel bringen, dem Himmel aber ein bisschen näher. Wir freuen uns auf unser Aussenbüro zuoberst auf dem Haus, frische Luft regt bekanntlich die Kreativität an und das eine oder andere Feierabendbier mit Blick auf die Burg Hohenklingen werden wir uns dann nächstes Jahr auch genehmigen.

    24.05.2022 Stairway to heaven!
    24.05.2022 Stairway to heaven!
  • Zurück... Anekdote #2

    Vor 40 Jahren waren «CAD» und «Rendering» noch Zukunftsmusik. Man zeichnete von Hand am Zeichnungstisch mit Bleistift und Tusche. Als Arbeitsmittel dienten Reissschiene, Lineal, Zirkel, Geodreieck und Taschenrechner. Nur die ausgelernten Zeichner und die Architekten fertigten ihre Pläne bereits mit der «Zeichnungsmaschine» an. Das war ein beweglicher rechter Winkel, der die Arbeit erleichterte. Die Originalpläne wurden auf Transparentpapier gezeichnet und an der grossen Kopiermaschine vervielfältigt. Das Kopieren gehörte nebst Kaffee kochen, Papierkörbe leeren und «Znüni» einkaufen zur «Lehrlingsarbeit». Man war jeweils froh, wenn die «Oberstifte» im Büro anwesend waren, damit die unhandlichen Pläne gemeinsam kopiert, zugeschnitten und gefaltet werden konnten.

     

    20.05.2022 Zurück... Anekdote #2
  • Zurück... Anekdote #1

    Arbeitsalltag anno dazumal - Zu Zeiten von Theo Müller kannte man Teambuilding oder Homeoffice noch nicht. Der Chef war immer «auf Zack». Als Mitarbeitende gewöhnte man sich rasch eine flottere Gangart an, denn nicht selten setzte er sein Auto auf der Baustelle mit noch offener Tür in Bewegung. Im Büro wurde es hektisch, wenn Theo Müller eintraf und allen seine Anweisungen erteilte. Ende Monat rief er jeden einzeln zu sich ins Büro und übergab ein Couvert mit dem «Zahltag». Den Teamgeist pflegte man mit wöchentlichem Lotto und dem Feierabendtrunk am Freitag. Einmal wurde ein 5er getippt und umgehend ausgiebig gefeiert bis sich herausgestellt hat, dass die Post die Lottoscheine aus der Region nicht rechtzeitig an die Lottogesellschaft spediert hat. Wie gewonnen, so zerronnen.

    Bild: Theo Müller

    10.05.2022 Zurück... Anekdote #1
  • Von oben nach unten

    Entgegen dem normalen Vorgehen beim Hausbau wird bei der Sanierung des Steinerhofs der Ablauf auf den Kopf gestellt. Aufgrund des straffen Zeitplans wurde mit den Arbeiten im Dachgeschoss begonnen und der Fokus zuerst auf den Um- und Ausbau unserer neuen Büroräumlichkeiten gelegt. Erst nach Abschluss dieser Arbeiten werden die Wohnungen darunter und im Anschluss das Erdgeschoss saniert. Hinzu kommt, dass sowohl das Restaurant wie auch die bestehenden Büroflächen im Erdgeschoss während des Umbaus in Betrieb bleiben müssen. Dies hat grosse Auswirkungen auf die Heizung sowie auf die Wasserversorgung. Hierfür wurden provisorische Lösungen geschaffen, die den «Patienten» während der Umbauzeit am Leben halten.

    03.05.2022 Von oben nach unten
  • Arbeitsplatz der Zukunft

    Die Arbeitswelt hat sich stark verändert. Mitarbeitende suchen im Job nach Sinnstiftung, Flexibilität und Mitwirkung. Unternehmen müssen diese Zeichen der Zeit interpretieren und in ihre Arbeitgeberattraktivität investieren. Transparenz, Wertschätzung und Engagement sind drei Werte, mit denen wir in die Zukunft gehen. Wir möchten einen Arbeitsplatz schaffen, der Eigenverantwortung und Partizipation ermöglicht. Denn Architektur lebt vom Austausch von Ideen und konstruktiver Kritik. Eine offene Feedbackkultur und Transparenz hinsichtlich der Unternehmensentwicklung schaffen Vertrauen und Verbundenheit. Zudem sollen Engagement und eine unternehmerische Grundhaltung belohnt werden. Ein Beispiel, das all dies vereint, ist die kürzlich eingeführte Jahresarbeitszeit.

    26.04.2022 Arbeitsplatz der Zukunft
    26.04.2022 Arbeitsplatz der Zukunft
  • Mondmission?

    Nein, Nein – aber für die aktuell laufenden Sandstrahlarbeiten an der Holzkonstruktion ist ebenfalls Vollmontur nötig. Die Verschmutzungen und Farbreste der letzten Jahrzehnte werden mit feinen Sandkörnern unter Hochdruck entfernt. Danach erstrahlt die sichtbar bleibende Dachkonstruktion wieder in ihrer natürlichen Holzmaterialität und wird zu Behaglichkeit, Struktur und räumlicher Vielfalt in unserem Büro beitragen.

    26.04.2022 Mondmission?
  • Mehr als ein neues Kleid

    Der Steinerhof wird 2022 totalsaniert. Das Gebäude erhält dadurch aber nicht nur sein ansehnliches Erscheinungsbild zurück, sondern auch ein angepasstes Innenleben. Nach den Umbau- und Sanierungsarbeiten wird der Nordteil als Geschäftshaus für die Müller + Partner AG Architekten + Planer, Hoch3 Baumanagement AG, Müller + Specht AG sowie die Müller Immobilien AG dienen. Im Südteil bleibt die Gastronomie bestehen. Insgesamt wird das Gebäude künftig vier Wohnungen beherbergen, welche als Novum auf der Ostseite Balkonanbauten erhalten.

    19.04.2022 Mehr als ein neues Kleid
  • 123 Jahre haben Spuren hinterlassen

    Seit Baubeginn im Jahre 1899 erlebte der Steinerhof unzählige Sanierungs- und Umbauarbeiten. Speziell im Nordteil fielen die Renovationsarbeiten der 1970er und 1990er in den Wohnungen, dem Restaurant und im Bürotrakt derart massiv aus, dass der heutige Gebäudezustand wenig vom Ursprungszustand wiedergibt. Deshalb musste für eine verlässliche Planung vor Baubeginn eine aufwendige massliche wie auch technische Aufnahme vorgenommen werden. Dies war jedoch nur teilweise möglich, denn viele Details konnten erst im Zuge der Abbruch- und der Aufbauarbeiten eruiert und festgelegt werden. Als Herausforderung hinzu kam der teilweise marode Zustand des Gebäudes. Vor allem am Dach waren die 123 Lebensjahre der Struktur deutlich erkennbar. Da der Steinerhof grösstenteils unter Denkmalschutz steht, muss behutsam und in steter Abstimmung mit der Denkmalpflege saniert werden.

    08.04.2022 123 Jahre haben Spuren hinterlassen
    08.04.2022 123 Jahre haben Spuren hinterlassen
  • Die Geschichte der Architektenfamilie "Müller"

    Der Steinerhof blieb auch im Laufe der Zeit ein Haus von und für Architekten. 1964 mietete sich Architekt Theo Müller aus Wagenhausen mit seinem Architekturbüro ein. Sowohl sein Sohn Urs als auch Harry beginnen im Abstand von sechs Jahren ihre Lehre als Hochbauzeichner beim Vater. Anfang der 1970er Jahre erwirbt Theo Müller dann die Nordseite des Steinerhofs. Das Büro wächst kontinuierlich und Ende des Jahrzehnts wird eine zusätzliche Wohnung als Arbeitsfläche integriert. 1979 beginnt Heidi Isler ihre Hochbauzeichnerlehre und verliebt sich später in Harry Müller. Die älteste der drei Töchter sitzt heute als Architektin in der Geschäftsleitung. In den 1980ern wird die Einzelfirma in die Müller Architektur AG überführt, welche 1987 auch den Südteil des Steinerhofs erwirbt. Bis 1993 ist das Büro auf mittlerweile zwölf Mitarbeitende und drei Lehrlinge gewachsen, weshalb auch das Erdgeschoss zur Bürofläche ausgebaut und mit den bisherigen Räumlichkeiten im Obergeschoss mittels Wendeltreppe verbunden wird. Als Urs Müller im Jahr 2000 das Unternehmen verlässt, übernehmen er und sein Bruder Harry das Gebäude privat. 2008 zieht die mittlerweile in Müller + Partner AG Architekten + Planer umbenannte Architekturfirma an die Hofwisenstrasse um.

    Seit 2015 ist das Ehepaar Heidi und Harry Müller im Besitz des Steinerhofs. 2022 entschieden sie sich für eine aufwendige und liebevolle Kernsanierung.

    Bild: Grundriss 1.OG um 1975, Stadtarchiv Stein am Rhein

    07.04.2022 Die Geschichte der Architektenfamilie
  • Der Bauherr: Ein Käsekönig

    Der aus Niederbipp stammende Bauherr Oswald Roth war ein sogenannter «Käsekönig» mit einem florierenden Geschäft in Uster. Wieso er in Stein am Rhein ein Wohnhaus mit «Wirtschaft» und Hotel bauen liess, ist nicht bekannt. Im Laufe seiner Geschichte hat der Steinerhof viele Besitzerwechsel erlebt. Familie Gamper führte ihn bis 1949 als Hotel. Bis 1988 war der Steinerhof als Speiserestaurant beliebt. Danach etablierte er sich mehr und mehr als «Szenelokal». 

    Der Architekt des Steinerhofes ist nicht bekannt, aber: Oswalds Tochter Rosina war mit Giovanni Battista Villa-Truninger, der Architekt von Beruf war, verheiratet. Es finden sich einige Parallelen zwischen Oswalds Villa in Uster und dem Steinerhof, jedoch keine Belege für seine Tätigkeit in Stein am Rhein.

    Bild: Oswald Roth, Stadtarchiv Uster

    06.04.2022 Der Bauherr: Ein Käsekönig
  • Die Anfänge des Steinerhofs

    Der Steinerhof entstand zur Zeit als die Bahnlinie Winterthur-Etzwilen-Konstanz erstellt wurde und die Bauwirtschaft boomte. Die Baubewilligung wurde 1899 erteilt. Stilistisch entspricht der Steinerhof mit seiner Form und der Fassadengestaltung dem Historismus, der Stile vergangener Jahrhunderte aufgriff. Die Erstellung folgte keinem städtebaulichen Konzept oder einem Bebauungsplan. Die Platzierung des Gebäudes an der Strasse, die Fassaden und das abgeschrägte Eck mit Eingang nahmen Bezug auf die geschlossene Bauweise des Blockrandes, welcher allerdings keine Fortsetzung fand.

    Bild: Ansicht um 1910, Stadtarchiv Stein am Rhein

    04.04.2022 Die Anfänge des Steinerhofs